Meine Wallfahrt zu den Schönstätter Marienschwestern: Nach ca. zweieinhalb Stunden Busfahrt erreichten wir die Pilgerzentrale Schönstatt, Am Marienberg 1, 56179 Vallendar. Vor dem Eingang hieß uns Schwester Barbara Maria herzlich Willkommen. Sie tat dies mit einer Freundlichkeit und einer Glückseligkeit, die mich vom ersten Moment an faszinierte. Sie erklärte uns freudestrahlend den Ablauf des besonderen Tages des Einkleidungsfestes, zeigte uns das Urheiligtum (= die Ursprungskapelle die Pater Kentenich vor 99 Jahren für Maria Mutter Gottes weihen lies / nächstes Jahr ist 100 jähriges Jubiläum!) und geleitete uns zu der beeindruckenden Anbetungskirche in der die zehn Novizinnen ihr Einkleidungsfest feiern durften. (Es ist ein internationales Fest zu dem Mädchen, die sich berufen fühlen, sich in den Dienst der Mutter Gottes stellen. Am heutigen Tag kamen die Novizinnen aus Brasilien, Argentinien, Ecuador und Polen.)
Wir durften einer wundervollen Hl. Messe beiwohnen, die vom Marienschwesternchor begleitet wurde, dessen Darbietung einem Konzert gleichkam. Es war eine lebendige Hl. Messe mit Familien und Kleinkindern, mit mehreren Zelebranten auf dem Altar, die in verschiedenen Sprachen die hl. Messe mitgestalteten. Der Hauptzelebrant war der Generaldirektor der Schönstätter Marienschwestern Dr. Bernd Biberger. Gebannt von der Kraft welche die Kirche ausstrahlte, der Hingabe der Novizinnen, dem engelsgleichen Gesang des Chores und der Freude des Ereignisses, die im Raum zu spüren war vergingen fast drei Stunden. Das bewegende Lied zum Auszug der Novizinnen sagt viel aus, ich muss es hier festhalten:
"Sei gegrüßt Maria, um deiner Reinheit willen bewahre rein meinen Leib und meine Seele. Öffne mir weit dein und deines Sohnes Herz. Erflehe mir eine tiefe Selbsterkenntnis und die Gnade der Beharrlichkeit und Treue bis zum Tod. Gib Seelen mir und alles andere nimm für dich. Wie sorglos und froh kann ich leben, wenn ich mich verliere in dir. Nicht mein Wille, sondern der deine erfülle sich, Vater, an mir. Aus Liebe gerufen, in Liebe geführt, von Liebe gehalten, die Liebe regiert. Wenn ich auch den göttlichen Plan nicht verstehe, weiß ich doch: Gott liebt mich! Nur du kennst das Ziel meines Lebens, die Seligkeit, mein ew'ges Glück. So nimm meinen Dank, sieh mein Lächeln, Ich schenk' s dir aus Liebe zurück. Lass uns gleichen deinem Bild, ganz wie du durchs Leben schreiten, stark und würdig, schlicht und mild Liebe, Fried' und Freud' verbreiten. In uns geh durch unsre Zeit, mach für Christus sie bereit."
Die Novizinnen erhalten beim Einkleidungsfest, das Kleid der Marienschwestern, den Gürtel, den Schleier, die Medaille, eine brennende Kerze und am Wichtigsten den Namen "Maria" zu ihrem Geburts - Vornamen dazu. Nach der Zeremonie geleitete uns Schwester Barbara Maria in den Nebenraum der zugleich die Grabstätte von Pater Kentenich ist. Dort erbaten die Novizinnen zuvor auch seinen Segen. Wir fuhren zurück ins Pilgerzentrum, wo es eine Mahlzeit für uns gab und der Pilgershop lud zum einkaufen ein. Danach beschritten wir den Pilgerweg mit Gebeten und Gesang, erneut bis zum Urheiligtum wo der Pater aus Chile, der extra zum Einkleidungsfest angereist war, unsere zuvor gekauften Reliquien und uns Selbst segnete. Danach gab es im Pilgerzentrum noch Kaffee und Kuchen für uns und um 17.00 Uhr startete der Bus zurück nach Hause. Zum Abschied schwenkte Schwester Barbara Maria immernoch freudestrahlend - als wäre sie Federleicht- eine große Fahne für uns - unvergesslich.
Schwester Barbara Maria hat mich gefesselt, mehrmals am Tag denke ich an sie. Sie hat mich ganz genau erkennen lassen, dass Gott Liebe ist. Und wenn wir in der Liebe verweilen, sind wir in Gott, in unserer Ursprungsenergie. Wenn wir aufhören zu bewerten und zu beurteilen, gar zu verurteilen, dann können wir in diese Liebe Gottes kommen. Wir sind alle gleich. Wir sind alle Eins. Wir gehören alle zu dieser einen Energie. Sonst gibt es nichts. Aus ihr entsteht alles, alle Universen, alle Natur, wir sind Natur + ein Funke Schöpferkraft = unser Bewusstsein. Mit ihm erschaffen wir unseren Alltag, unsere Umstände, die Wirkungen die wir verursacht haben. Leben wir in der Liebe Gottes, und bleiben dort, werden wir befreit von Karma, denn wir verursachen keines mehr. Diese Energie kann niemals verloren gehen, sie verändert nur ihren Zustand. Sie verdichtet sich und wird Materie, damit der Funke Gottes in uns erleben und erfahren kann. Es geht immer weiter. Es hört niemals auf. Gott ist unendlich, sich immer weiter entwickelnd, erforschend und jeder einzelne, jedes einzelne Lebewesen ist Teil davon und dabei bei der großen Reise. Das Böse, von dem oft die Rede ist, ist keine eigene Macht. Das Böse entsteht nur aus dem Ego des Menschen - der Sündenfall, ist die Entstehung des konkurrierenden Ich. Es ist Zorn, Neid, Hochmut, Habgier usw.
Wenn wir das begreifen können, uns besinnen und das Gute leben wollen, dann müssen wir zurück zu unserem Ursprung. In die Liebe - in Gott. In uns gehen, in unser höheres Selbst, unseren Verstand mit unserem Geist beherrschen. (Wir können den Heiligen Geist zu Hilfe rufen.) Unser Denken und Fühlen kontrollieren lernen - immerzu - denn damit erschaffen wir unsere Welt. "Besser nichts denken, als schlecht denken. Besser ins Tun kommen - Kreativ sein, oder Hilfe für Andere sein - als schlechte Gedanken zuzulassen." Gott hat uns große Macht verliehen mit dem Funken Bewusstsein - er hat uns den freien Willen geschenkt. Mit ihm bewegen wir Quanten, mit ihm formen wir unsere Welt. Nutzen wir den Funken, im Namen Gottes, um Gutes und Schönes zu erschaffen. Beten ist meditieren, ist Gedankenkontrolle üben, - ist konzentrieren von Bewusstsein.
Erst wieder Zuhause ist mir klar geworden, dass Schwester Barbara Maria sich auch einst als Jungfrau der Maria Mutter Gottes geschenkt hat, damit sie durch sie leben kann -In uns geh durch unsere Zeit- damit jeder der ihr begegnet, in Kontakt mit Maria Mutter Gottes kommt. Jetzt begreife ich erst was das bedeutet. Ihre Glückseligkeit, ihre Anziehungskraft - jetzt begreife ich, ich habe Maria Mutter Gottes getroffen, übergegangen in Fleisch und Blut. Danke für diesen wundervollen, lichtbringenden Tag für mich!
Und wenn ich so darüber nachdenke, ich kenne eine Anna - Maria deren Strahlen mir nun schlagartig erklärbar wird. ;-) Achte einmal darauf, vielleicht kennst du auch solch eine lichtbringende Maria. ;-)
Im Namen Gottes. Amen.
Die Schönstätter Marienschwestern sind auf Instagram, wenn du sie auch kennenlernen möchtest. ;-) Namaśt